Gesichter und Porträts zeichnen

Weibliches Gesicht zeichnen lernen - 

Porträt - Portait - Frau - Mund Nase -Tutorial

In diesem Tutorial möchte ich dir erklären, wie du ein Gesicht oder ein Porträt zeichnest. Ich zeige es dir an folgendem Bild, welches ein junges weibliches Gesicht abbildet:

Weibliches Gesicht zeichnen lernen - Porträt -
Portait - Frau - Mund Nase -Tutorial


Ein Wort vornweg. Das Thema dieses Tutorials, ein Gesicht zu zeichnen, ist wirklich sehr schwer. Wenn du noch nicht so lang zeichnest, kann es sein, dass dich die Zeichnung eines Gesichtes frustriert, weil es wirklich sehr schwer ist Gesichter zu zeichnen. Bevor du ein solches detailliertes Gesicht zeichnest, solltest du also schon über etwas Erfahrung verfügen.

Bevor du dich mit diesem Tutorial befasst, solltest du wissen, wie du Augen und einen Mund zeichnen kannst. Dafür habe ich zwei weitere Tutorials, die sich ausführlicher mit diesen Themen befassen:

Lippen zeichnen lernenDie Lippen sind der am einfachsten zu zeichnende Teil eines Gesichts. Mit dem Mund kannst du aber auch eine Menge von Ausdrücken erzeugen!

Hier lernst du, wie du schöne realistische Lippen zeichnest....


weiblichen Mund und Lippen zeichnen zeichnen lernenIn diesem ausführlichen Tutorial zeige ich dir, wie ein schönes und detailliertes Auge einfach und schnell gezeichnet wird.

Zum "Auge und Pupille zeichnen" Tutorial...



Nun geht es los. Wie gesagt, lass dich nicht entmutigen. Das Zeichnen eines Gesichtes ist auch für mich sehr schwer und immer wieder eine große Herausforderung.

 

Gesichter zeichnen –Vorsichtige erste Striche



Weibliches Gesicht zeichnen lernen - Porträt - Portait - Frau - Mund Nase -

Tutorial

Wundere dich nicht, warum das Bild so dunkel ist, ich habe es stark verdunkelt, damit man die sehr leichten und dünnen Striche der Skizze sieht.

Ich beginne auch diese Zeichnung mit einer Art Skizze oder Vorzeichnung auf dem Zeichenblatt. Mit sehr dünnen Strichen versuche ich zuerst die groben Umrisse der Augen zu erfassen. Beide Augen sollten natürlich symmetrisch zueinander sein. Der Abstand beider Augen zueinander selbst ist meist auch die Breite eines Auges, wobei dies natürlich immer etwas variiert.

Wenn du beide Augen gezeichnet hast, skizzierst du die Umrisse der Nase. Sie befindet sich natürlich zwischen beiden Augen und etwa 1,5 mal der Breite eines Auges unter den Augen.

 

Gesichtsgeometrie



Ich habe diese „Gesichtsgeometrie“ hier ein bisschen visualisiert und ein Raster über das Gesicht gelegt, das sollte dir helfen, die Augen und die Nase richtig anzuordnen.


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Das ist natürlich nur ein standardisiertes Raster, jedes Gesicht ist absolut individuell, und muss entsprechend seines Aussehens angepasst werden.

Vergiss die Lidfalte über den Augen nicht. Es genügt, wenn du sie mit einem Strich etwas über den Augen andeutest. Noch ein Stück darüber skizzierst du die Augenbrauen mit dünnen Strichen.

 

Die Umrisse eines weiblichen Gesichtes



Wenn du Augen und Nase vorskizziert hast, geht es mit den restlichen Umrissen weiter:

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Zeichne als nächstes die Umrisse der Lippen unter die Nase. Wie du sie positionieren kannst, siehst du im folgenden Raster. Wichtig ist wieder, verwende nur leichte Striche, die du einfach wegradieren und ausbessern kannst. Schraffiere noch nichts.
Wenn der Mund gezeichnet ist, solltest du die Umrisse des Kopfes aufs Papier bringen. Dies ist hier ziemlich einfach, da die langen Haare einiges verdecken. Nur Kinn und Ohr sollten an der richtigen Position sitzen, da diese sichtbar sind.

 

Das Raster eines menschlichen Gesichts



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Tutorial

Anhand dieses Rasters kannst du dich hinsichtlich der Platzierung der Gesichtselemente grob orientieren. Vergesse aber nicht, jedes Gesicht ist anders und viele Gesichter sind keinesfalls zu symmetrisch wie dieses hier! Oft ist ein Auge höher oder tiefer, die Nase ist krumm oder der Mund etwas verzogen. Diese Details machen das Erscheinungsbild von Gesichter aus.


Wenn du diesen groben „Gesichtsaufbau“ zeichnen konntest, hast du bereits das Schwerste hinter dir.

 

Zwischen Vorzeichnung und fertiger Zeichnung liegen Welten



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Wie du siehst, kann man im jetzigen Stadium noch keine große Ähnlichkeit zum fertigen Motiv erkennen. Vorzeichnung und fertige Zeichnung unterscheiden sich noch erheblich. Die grauen Flecken auf der Vorzeichnung links kommen davon, weil ich das Bild stark verdunkeln musste, damit man überhaupt etwas sieht. Die Umrisse sind nur mir sehr dünnen schwachen Linien gezeichnet, durch die digitale Verdunkelung sieht man sie besser, aber leider auch die Strukturen und Wellen auf dem Zeichenpapier.
Um ein authentisches Gesicht zu zeichnen, kommt es in hohem Maß auf die Schattierung des Gesichtes an. Im Folgenden werde ich das Gesicht also fast nur noch schattieren.

 

Ein Gesicht schattieren



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Nachdem du die Umrisse des Gesichtes gezeichnet hast, musst du die dunkelsten Stellen schraffieren. Das Gesicht muss verdunkelt und schattiert sein, bevor wichtige Details wie Wimpern, Augenbrauen oder Lippen eingefügt werden, da man diese Details sonst verwischt. Deshalb schraffiere ich dunkle Stellen zunächst und verwische diese im nächsten Schritt.

Zu schattierende Stellen befinden sich am kompletten Rand des Kopfes, an Stellen, an denen Haare einen Schatten ins Gesicht werfen (links), in der Augenhöhle und an der Nase. Sei aber an der Nase vorsichtig und schraffiere hier lieber etwas weniger. Auch mit den Wangenknochen musst du sehr vorsichtig sein. Schraffiere lieber zu wenig, wie zu viel, denn hinzufügen kannst du immer noch, wegradieren wird dagegen äußerst schwierig.

Weil ich gerade vom radieren spreche… versuche eine schraffierte und verwischte Fläche nie wegzuradieren. Es gelingt fast nie. Durch das Verwischen wird das Grafit richtig in das Papier „gedrückt“. Wenn man es wegradiert erhält man eine komische unregelmäßige Struktur und die Fläche wird nie mehr so glatt erscheinen, wie sie ohne radieren wäre.

Zwischen Mund und Nase solltest du an den beiden Höhepunkten der Lippen jeweils eine helle Stelle lassen, die zur Nase verläuft. Den Raum dazwischen kannst du verdunkeln, wie du es auf meinem Bild siehst. Diese zwei hellen Stellen sind die Erhebungen, die wir spüren, wenn wir uns selbst zwischen Nase und Lippe fassen.

Bitte zeichne noch keine Schminke in das Gesicht. Sie kommt viel später dazu.

 

Weiche Haut durch verwischen erzeugen



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Tutorial

Verwische nun deine Schraffur mit einem Taschentuch. Drücke aber nur wenig auf und versuche das Grafit möglichst weich und einheitlich zu verwischen. So erhältst du später eine sehr glatte Gesichtshaut (nicht du, aber der Mensch den du zeichnest). Achte gleich von Beginn drauf, helle Stellen gar nicht oder nur sehr leicht zu überwischen.
Du wirst nach dem ersten Verwischen noch keinesfalls die gewünschten Graustufungen erhalten, welche die richtige Schattierung ausmachen. Dies ist eher ein längerer Prozess bei dem abwechselnd schraffiert und verwischt wird, wie du in den folgenden Schritten erkennen kannst.

Zeichne Mund und Augen wie ich es in meinen beiden anderen Tutorials beschrieben habe. Schattiere sie zuerst, bevor du Details einzeichnest.

 

Den Kopf weiter modellieren



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Nun gilt es weiter zu schraffieren. Schraffiere und Verwische im Wechsel und versuche mit den so entstehenden Flächen das Gesicht plastisch zu modellieren. Das erfordert etwas Übung und räumliches Vorstellungsvermögen. Wenn du schon mal geschafft hast, eine Kugel richtig zu schattieren, so dass sie auf dem Blatt Papier dreidimensional wirkt, solltest du es mit dem Kopf auch schaffen. Im Grund ist der Kopf eine große Kugel mit zwei kleinen Löchern, einer Erhebung und einem queren Graben :-) Möglicherweise hilft dir diese Vorstellung beim schattieren.

Ignoriere weiterhin sämtliche Haare, Wimpern und Augenbrauen, sie kommen später aufs Papier.

Die Pupillen sowie die Iris der Augen kannst du jetzt bereits einzeichnen. Versuche aber auch hier, erst die grobe Schattierung und dunkle Flächen zu erstellen, bevor du dich um Details kümmerst. Vergesse nicht die Lichtreflexion im Auge hell zu lassen oder einzuradieren.

Gleiches gilt für die Lippen. Schattiere sie zunächst und verzichte auf ausgearbeitete Details wie kleine Lippenfältchen. In der Mitte, wo beide Lippen aufeinandertreffen, ist es natürlich am dunkelsten.

Das Augenlid kannst dun nun auch verdunkeln. Zwischen Auge und Lidfalte kannst du bei einer geschminkten Frau, wie dieser hier, bereits jetzt auffällig verdunkeln, da dieser Bereich meistens sowieso durch Lidschatten dunkel ist. Die Lidfalte an sich zeichnest einfach noch ein bisschen dunkler, so dass sie wie ein dunkler Strich aussieht. Im Bereich über der Lidfalte bis zur Augenbraue lässt du die dunkle Fläche leicht ins hellere auslaufen.
Direkt unter dem unterem Augenlid verdunkle ich ebenfalls die Haut und lasse sie dann nach unten in einen helleren Ton auslaufen. Zusätzlich ziehe ich den Lidstrich um das komplette Auge nach.

Wie stark dieser Bereich um das Auge verdunkelt werden muss, hängt von Faktoren wie die Tiefe der Augenhöhle, die Intensität der Schminke oder dem vorhandenen Licht ab. Versuche auch hier die endgültige Grauabstufung nicht durch einmaliges schraffieren und verwischen zu erarbeiten, sondern mach das in mehreren Durchgängen (immer abwechselnd schraffieren und verwischen) um so eine glatte Haut zu erzeugen.

 

Immer weiter Schattieren und Haare zeichnen



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Man erkennt nicht viel Veränderungen gegenüber dem vorherigen Schritt, wenn du aber genau hinsiehst, bemerkst du, dass die Haut nun viel feiner, weicher und zarter ist. Eine solche weiche Haut erhältst du, wie bereits beschrieben, durch abwechselndes leichtes schraffieren und verwischen.

Die Stelle unter dem Kinn am Hals habe ich etwas verdunkelt. Ich lasse sie nach unten hin auslaufen, da das Porträt am Hals endet und dies sanfte Auslaufen besser aussieht, als ein abruptes Ende.

Die äußeren Haare, ganz oben rechts, kannst du nun ein wenig besser skizzieren. Ziel ist es, die Vorzeichnung der Haare mit vielen schnellen Strichen und nach innen gewölbten Linien immer weiter zu verbessern. Beim Haare zeichnen ist sehr wichtig, dass du die Linien immer mit einem einzelnen Strich durchziehst und nicht dazwischen absetzt. Fasse den Bleistift weit hinten an und ziehe ein schöne Linie aus dem Handgelenkt heraus in einer Bewegung durch.
Stift und Handgelenk können wie ein Zirkel sein. Halte nur den Arm ruhig und ziehe schnelle Linien schwungvoll aus dem Handgelenk, so erhalten deine Linien genau die richtige stufenlose Wölbung. Drehe dein Zeichenblatt so, dass du die Wölbung auch in die richtige Richtung geht, den die Linien, die du aus deinem Handgelenk heraus ziehst, neigen sich immer nach innen, deinem Handgelenk zu.

Wenn du nun die Haare zeichnest, empfehle ich dir dies immer nur schrittweise zu tun und sie immer im Wechsel mit dem Gesicht zu zeichnen. So erreichst du, dass das Gesicht, die Haare und deren Grauabstufungen besser aufeinander abgestimmt wirken.

Die Dame auf dem Porträt hat blonde Haare, außerdem soll das Porträt sehr hell sein, deswegen braucht man sie nicht schattieren bevor einzelne Haarsträhnen eingezeichnet werden.

 

Augen Nase und Mund zeichnen



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So langsam kommt das Gesicht in Form. Folgende Schritte habe ich nun vollzogen.

Am Auffälligsten ist die Verschmälerung des Nasenrückens. Vergleiche ihn mit dem Bild zuvor. Es wird deutlich, dass er nun erheblich schmaler ist. Dies erreiche ich, indem ich den zum einen den Nasenrücken als hellen schmalen Grat einradiere und zum anderen, durch eine engere und schmälere Schattierung der Steigung der Nase direkt neben dem Nasenrücken.
Die umliegenden Bereiche der Nase habe ich in Richtung der Wangen wiederum etwas aufgehellt, damit die Nase nicht so „runtergedrückt“ wirkt, wie im Schritt zuvor.

Nun gut, der Nasenrücken sollte also immer ganz hell sein. Zwischen den Augen, beim Ansatz der Nase, zeichnest du ihn etwas dunkler, da er hier aus einer leichten entgegengesetzten Steigung Richtung Stirn „entspringt“. Dann wird er immer heller, an der Steigung in Richtung Augen aber plötzlich wieder sehr dunkel. Am besten du siehst dir die Nase auf dem Bild einfach genau an, ein Beschreibung mit Worten ist ein wenig schwer und wirkt wohl sehr verwirrend.

Hier nun ein Detailbild dieses Zeichenschrittes von Nasenspitze und Mund.

Weibliches Gesicht zeichnen lernen - Porträt -
Portait - Frau - Mund Nase -

Tutorial

Je heller du die Nasenspitze radierst, desto eher erzeugst du eine Stupsnase. Der angrenzende Bereich darum ist eine abfallende Steigung nach unten und muss deshalb dunkel sein. Im Grunde ist die Nasenspitze wie ein kleine Kugel.

Die Nasenflügel sind wieder sehr hell, da sie frontal von Licht angeleuchtet werden und über wenig Steigung verfügen. Am Ende der Nasenflügel, wo sie im Gesicht „enden“, werfen die Nasenflügel einen kleinen dunklen Schatten.

Die Nasenlöcher sind neben den Pupillen und der Öffnung zwischen den Lippen (sofern vorhanden) sicherlich die dunkelste Stelle in einem Gesicht. Zeichne sie dennoch nicht schwarz, sonst stechen sie unangemessen aus dem Gesicht hervor. Die Grautöne sollten schon einigermaßen aufeinander abgestimmt sein. Unter den Nasenlöchern verläuft ein dunkler Bereich in Richtung Lippen, der aber heller wird, je weiter runter man kommt.

Die Haut über den Lippen ist immer sehr hell, da sie nach oben geneigt ist und somit unmittelbar sämtlichen Licht (Himmel, Lampe, usw.) ausgesetzt ist. Ein schöner Kontrast zur Lippe ist also Pflicht. Über den zwei Spitzen der Oberlippe verlaufen noch zwei sehr helle Erhöhungen in Richtung Nase. Vergesse sie nicht.

Die Lippen an sich solltest du in den Schritten zuvor bereits angemessen schattiert haben, so dass du nun Details wie einige größere Lippenfältchen einzeichnen kannst. Ich benutze dazu sowohl den Bleistift (für kleinere) als auch den Pappstift (für breitere Lippenfältchen). Feuchtigkeit und Glanz bekommst du indem du mit einem Radierstift neben den dunklen Lippenfältchen helle Striche einradierst. Genauer habe ich das in meinem Tutorial über das Zeichnen eines Mundes beschrieben.

Unter der Unterlippe ist natürlich eine sehr dunkle Stelle die aber durch den unmittelbaren Kinnansatz begrenzt wird. Du kannst sie ziemlich dunkel schattieren.

Wenn du das komplette Bild mit dem Bild aus dem Schritt zuvor vergleichst, siehst du, dass mit einer anderen - verfeinerten Schattierung das komplette Gesicht anders erscheint. Dies erfordert viel Übung und ein gutes plastisches Vorstellungsvermögen.

Aber nicht nur großflächige Schattierungen, sondern auch kleinere Details lassen das Portrait nun schon wesentlich lebendiger wirken:

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In das Auge eines Menschen blicken wir als aller erstes, wenn wir ihn ansehen. Deshalb solltest du es besonders detailliert zeichnen. Wie du siehst, fehlen die Wimpern immer noch.
Bisher galt es nur, die Haut und das Lid am Auge genügend zu schattieren, was somit erreicht ist. Auch die Lidfalte über dem Auge ist nun passend verdunkelt.

Wie du das Auge im Detail zeichnest, hab ich in einem anderen Tutorial sehr ausführlich erklärt, weshalb ich dies hier nur kurz anreiße. Wichtig ist ein schöner Kontrast, besonders zwischen Pupille und Spiegelung (es genügt auch eine Spiegelung statt zwei) sowie zwischen dem weißen Augapfel und seinem einschließenden Augenlid.
Die Augenbrauen sind viele kleine Striche, die in Verlaufsrichtung gezogen werden.

 

Das Gesicht besser schattieren und Haare zeichnen



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Tutorial

Was hier sofort auffällt, sind die besser gezeichneten Haare. Durch viele lange dünne Linien erscheinen sie nun wesentlich voller. Verwischt habe ich an ihnen nichts, alle Schattierungen sind durch viele kleine Linien in Verlaufrichtung der Haare entstanden. Versuche ein paar Strähnen herauszuarbeiten, indem du einige von ihnen mehr oder weniger betonst. Diese Haarsträhnen können zufällig entstehen, weil du ausversehen ein paar Linien zu kräftig gezeichnet hast, sie können aber auch gezielt eingezeichnet werden indem du dich an der bisherigen Vorzeichnung der Haare orientierst und sie weiter verfeinerst.
Das Ohr brauchst du nur anzudeuten und dessen Form zu schattieren. Den Bereich zwischen Ohr und Haare kannst du stark verdunkeln.

Wichtig ist – wie ich es bereits erklärt habe – Haare immer in einem Strich komplett von oben bis unten aus dem Handgelenk durchzuziehen, da sie sonst stufig und kantig wirken.

Auf das Kinn der Dame bin ich bisher fast noch nicht eingegangen. Es reicht wenn du es ganz unten stark schattierst und damit die Wölbung andeutest. Manche Menschen haben in der Mitte des Kinns noch eine kleine Vertiefung, die kannst du ja je nach Gesicht einzeichnen. Hier entfällt sie.
Den „Graben“ zwischen Unterlippe und empor stehenden Kinn musst du verdunkeln. Diese dunkle Stelle lässt du nach außen hin auslaufen.

Die Kontur des gesamten Gesichtes kannst du mir einem Radierstift hell nachziehen, wenn sie über einer dunklen Fläche liegt. Hier wäre das beim Kinn über dem dunklen Hals der Fall und müsste ebenfalls an der rechten Gesichtshälfte (ihre linke) einradiert werden, da die Haare dahinter sehr dunkel sind, doch das folgt später.

Nicht zu vergessen sind die Lippen, die ich mit weiteren Details ausgearbeitet habe.

 

Den Kopf weiter modellieren und die Haut weicher verwischen



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Die Unterschiede zum vorherigen Schritt lassen sich fast nicht erkennen, lassen das Gesicht aber im gesamten viel realistischer erscheinen. Der komplette Kopf ist nun viel besser schattiert. Ich habe dunkle Stellen am gesamten Kopf weiter verwischt und abgedunkelt, so dass der Kopf nun plastischer – dreidimensionaler wirkt.

Eine schwer zu zeichnende Stelle ist der offene Haaransatz über dem Ohr. Hier habe ich versucht ihn mit Haaren zu verdecken, was ziemlich unecht und etwas missglückt aussieht. In den nächsten Schritten werde ich diesen Fehler wieder rückgängig machen.

Mit einem Radierstift habe ich um den Mund eine helle Kontur radiert. Dies lässt die Lippen glänzen und schafft einen hervorragenden Kontrast zur Haut oder dem Kinn.

 

Wimpern über das Augenlid zeichnen – Nase begradigen



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Nun endlich habe ich der Dame einige Wimpern eingezeichnet. Da die Haut und der Kopf nun passend schattiert sind, ist es jetzt kein Problem mehr, kleinere Details wie kleine Haare oder Wimpern hinzuzufügen. Zu den Wimpern gehe ich gleich mit einem Detailbild noch viel genauer ein.

Zunächst habe ich den Nasenrücken erneut aufgehellt und durch eine deutlichere und klareren Grenze zur benachbarten Grauabstufung begradigt. Die Steigung zur Nase daneben habe ich dagegen etwas verdunkelt und noch weicher verwischt.

Beachte die helle Stelle zwischen Auge und Nase. Sie sollte sehr hell sein und nach unten hin wieder ins dunklere auslaufen. Dies verleiht dem Gesicht mehr Lebendigkeit. Auf dem folgenden Detailbild siehst du diese hellen Lichtpunkt noch einmal besonders gut.


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Tutorial

Nun noch ein paar Worte zu den Wimpern und dem Auge allgemein. Nachdem das Lid eines Auges richtig schattiert hast, kannst du Wimpern darüber zeichnen oder helle Glanzeffekte einradieren.

Wimpern sind keine geraden Striche! Sie sind immer gebogen! Ebenso sind sie nie in gleichen Abständen angeordnet, sondern wachsen fast schon ein bisschen zufällig aus dem Augenlid. Wimpern sind Haare und als solchen fallen sie aus und wachsen nach, was die Konsequenz hat, dass sie unterschiedlich lang und stark sind. Achte daher unbedingt darauf, dass sie nicht allzu gleichmäßig aussehen, sondern eher zufällig aus dem Lid wachsen und jeweils auch unterschiedlich stark gebogen und sogar unterschiedlich lang sind.

Augenbrauen haben eine bestimmte Verlaufsrichtung. Sie wachsen immer von dem Gesichtsmittelpunkt nach außen. Die oberen Haare wachsen dabei leicht nach unten und die unteren leicht nach oben. Auch hier gilt das Gleiche wie bei den Wimpern. Sie sollten zufällig platziert werden, unterschiedlich lang und stark und immer etwas anders gebogen sein.
 

Die Stirn schattieren



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Wir nähern uns dem Ende. Den Fehler am Haaransatz oben rechts habe ich behoben und eine dunkle Fläche darüber gezeichnet. Die Fläche darf schön dunkel sein, da die darüber liegenden Haare einen gut sichtbaren Schatten werfen. Einen ähnlichen Schatten habe ich in die andere Gesichtshälfte schraffiert und gewischt. Je weiter außen am Kopf man sich befindet, desto stärker kann auch schattiert werden, da somit die Steigung und die runde Form des Kopfes verdeutlicht wird. Zusammen mit dem Schatten der Haare kann diese Stelle sehr dunkel werden. An der Stirn sollte man die runde Form des Kopfes besonders ausführlich schattieren, da sich hier sonst nichts befindet.

Die Wimpern habe ich noch etwas verlängert und stärker betont. Je nach Gesicht und Augen kann dies mehr oder weniger stark ausfallen.

Du hast es bestimmt schon gesehen, der Mund der Dame sieht etwas seltsam aus. Er ist zu breit. Im nächsten und letzen Schritt werde ich diesen Fehler noch beheben.

 

Der letzte Schritt – alles noch ein wenig verbessern



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Das Bild ist nun fertig. Auffallend sind die erneut besser gezeichneten Haare. Wie bisher beschrieben zeichne ich sie mit gebogenen Linien, die ohne absetzen schnell durchgezogen werden. Einzelne Strähnen und Haarstrukturen sollten unbedingt betont werden. Zur Not kann man dies auch mit einem Radierstift oder einem anderen spitzkantigem Radiergummi tun und somit helle Haarbereiche oder Lichtreflexionen einradieren.

Am Haaransatz oben rechts habe ich einzelne kleine Haare mit einem Radierstift und kleinen spitzen Radiergummis in den dunklen Haarschatten einradiert. Außerdem habe ich das Ohr darunter etwas schöner herausgearbeitet.

Den Hals habe ich weiter abgedunkelt und somit einen noch stärkeren Kontrast zum Kinn und den Haaren erzeugt.

Die Kontur der rechten Wange sowie die Kontur am Kinn habe ich hell radiert, damit sich die Haut schön von der darunter liegenden Fläche abhebt.

Wimpern und Mund habe ich ebenfalls verbessert, wie du in den beiden folgenden Detailbilder sehen kannst.

Weibliches Gesicht zeichnen lernen - Porträt - Portait - Frau -
Mund Nase -Tutorial

Die Wimpern sind nun deutlich stärker und länger. Ihre Oberseite habe ich hell radiert, damit ein schöner Kontrast zur darunter liegenden Haut entsteht.

Der Augapfel hat winzige Äderchen an der Innenseite. Mit einem sehr spitzen Bleistift und wirklich minimalsten Druck kannst du diese Äderchen einzeichnen.

Helle Stellen und Glanzeffekte kannst du schließlich noch ein letztes Mal heller radieren. Solche Stellen sind die Reflexion im Auge, die Haut an der Tränendrüse und die Kante des Augenlids zum Augapfel sowie die Stelle unter dem Auge zur Nase hin. Benutze dazu einen Radierstift oder einen sehr spitzen Radiergummi.

Augenbrauen sind außen eher sehr fein und dünn und verdichten sich in der Mitte der Braue. Beachte dies bei deiner Zeichnung.


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Auch bei Nase und Mund solltest du helle Glanzstellen abschließend noch einmal hell radieren. So solltest du die Nasenspitze, die komplette Kontur der Lippen, die beiden Erhebungen zwischen Mund und Nase als auch Glanzstellen auf der Lippe aufhellen. Der Schatten der Oberlippe muss sehr dunkel sein. Lippenfältchen sollten wieder zufällig platziert sein und keiner offensichtlichen Muster folgen.

 

Warum ist es so schwer ein Gesicht zu zeichnen?



Letztendlich sind es winzige Details wie die Breite und Länge des Mundes, der Augen und der Nase sowie die Intensität von Schattierungen, die das Aussehen eines Gesichtes ausmachen. Hinzu kommt natürlich noch die Position, der Abstand als auch die Größe der ebengenannten Elemente sowie zahlreiche andere Faktoren, die jedes Gesicht individuell erscheinen lassen.

Da wir täglich viele Gesichter sehen, fallen uns Merkmale eines Gesichts besonders auf. Leider geschieht dies alles unterbewusst. Wir können nicht genau erklären oder beschreiben warum das Gesicht von Hans nun anders aussieht, als das von Peter – wenn man von offensichtlichen Faktoren wie Haare, Augenfarbe oder Alter absieht. Wir erkennen dies alles unbewusst. Es wird verbildlicht in unseren Köpfen gespeichert. Wir erkennen die Person sofort, könnten sie aber nie aus dem Kopf zeichnen oder erklären warum dieses Gesicht dieses Gesicht ist. Es sind einfach zu viele Details erforderlich, die wir einzeln nie aufzählen oder beschreiben könnten. Erst im Zusammenspiel ergeben sie das typische eines individuellen Gesichts.
Erschwerend kommt hinzu, dass wir auf menschliche Gesichter wesentlich sensibler reagieren, als auf die von Tieren. Tiergesichter können wir wesentlich schwerer unterscheiden, da wir weniger oft mit ihnen zu tun haben. Affen sehen doch immer alle irgendwie gleich aus. Gleiches für Katzen oder Hunde –von Meerschweinchen ganz abzusehen. Diese Aussagen sind falsch, da diese Gesichter über genauso viel Merkmale und Eigenheiten verfügen wie ein menschliches Gesicht. Diese Eigenheiten fallen uns nur nicht gleich auf, da wir nicht so sensibel darauf reagieren wie auf die Eigenheiten eines menschlichen Gesichtes. Und weil wir so sensibel darauf reagieren und jede Unstimmigkeit und Eigenart sofort erkennen, fällt es uns so schwer Gesichter und Porträts zu zeichnen und exakt passend wiederzugeben – Fehler und winzige Abweichungen vom Original fallen uns sofort auf. Im Zusammenspiel mit den anderen Gesichtselementen erkennen wir dann, dass das Gesicht auf dem Porträt anders aussieht, als das Originalgesicht.



 
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